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2005

NÄKKÄLÄ

 

Näkkälä Ein Dorf in der weiten finnischen Tundra. Für den Emmentaler Hans Ulrich Schwaar ist Näkkälä seine zweite Heimat geworden. Dort wohnt er bei seinem samischen Freund IIsakki-Matias Syväjärvi, Besitzer der grössten Rentierherde. Der Rhythmus der Natur und die Rentiere bestimmen den Alltag. Peter Ramseier hat dieses Leben und die Freundschaft zweier Menschen aus unterschiedlichen Kulturen in grossartigen und poetischen Bildern eingefangen. Ein Dokumentarfilm über Freundschaft, Samen-Alltag, Naturverbundenheit und Tiere von Peter Ramseier. Länge: 86 Min. Original Version: CH -Deutsch, Suomi Subtitles: Deutsch(CH), Deutsch (D), English, Français, Suomi  

Regie & Kamera: Peter Ramseier

Montage:             Anja Bombelli

Ton:                      Roland Arngrip

Kamera:               Peter Ramseier

Sounddesign:      Hugh Gordon, Manfred Gysi, Esther Heeb

Musik:                   Mari Boine, Johan Sara Jr.

Produktion:          T&C Film Zürich.

Co-Produzent:      tpc switzerland  ag. 

© T&C Film AG 

NHALT UND STRUKTUR

Inhalt und Struktur

Im Film von Peter Ramseier treffen zwei unterschiedliche Welten aufeinander: Der Schweizer Hans Ulrich Schwaar, der seinem Heimatland den Rücken gekehrt hat, seine Herkunft aber trotzdem nicht einfach abstreifen kann; sein Leben und sein ganzes Wesen sind geprägt von mitteleuropäischem, leistungsorientiertem Denken. Und der Same Iisakki-Matias Syväjärvi, der bedächtig im Rhythmus und Einklang mit der Natur lebt.

Dieses Zusammentreffen zweier Welten, zweier Kulturen und zweier Menschen steht im Zentrum des Films, der die beiden durch alle Jahreszeiten begleitet und Einblick in die alltäglichen Tätigkeiten, aber auch in speziellere Ereignisse im Leben der Samen gewährt.

 

HERBST

Während rund zwei Wochen taucht die Landschaft um Näkkäla in ein reines, warmes, gelborange- rotes Licht ein. Diese einmaligen Stimmungsbilder vermitteln den unwiderstehlichen Reiz dieses sonst so kargen Landes.

Im Herbst werden die im Sommer liegengelassenen Bäume im Wald entastet und zu einer pyramidenähnlichen „Läjä“ aufgestellt, damit das Holz besser trocknen kann. Die Samen überlassen nichts dem Zufall, nichts ist „einfach nur Arbeit”. Alles geschieht im Einklang mit der Natur. Für Hans Ulrich Schwaar ist es nicht immer einfach, die nötige Geduld für dieses Warten aufzubringen.

Iisakki-Matias Syväjärvi vermittelt beim Fällen der Bäume, beim Entasten und Aufräumen, die Würde und Zufriedenheit, mit welcher ein Mensch körperlich sehr anstrengende Arbeit verrichten kann, wenn er dazu die richtige Einstellung hat.

Wenn Iisakki-Matias Syväjärvi in den Wald geht, nimmt er als Zwischenverpflegung getrocknetes Rentierfleisch mit. Die ersten beiden Stücke opfert er, ähnlich wie beim Fischen, der Natur. Er wirft sie in den Wald für den Kuukkeli, den Lapplandhäher. Dieser Vogel gilt bei den Samen als heilig. Die Freundin von Iisakki-Matias kommt zu Besuch. Inga ist 20 Jahre jünger als er, Samin und in Näkkälä aufgewachsen. Wie andere samische Frauen auch, ist sie wegen der Arbeit nach Hetta gezogen.

 

WINTER

In der kalten Jahreszeit steht das häusliche Zusammenleben der beiden unterschiedlichen Männer im Zentrum. In ihrer Hütte in Näkkäla sind die Arbeiten klar geregelt und aufgeteilt. Schwaar sorgt für Ordnung, macht die Betten, putzt das Haus, wäscht das Geschirr ab und räumt die Küche auf. Iisakkis-Matias' Platz im Haus ist vor allem am Herd. Er ist verantwortlich für die Mahlzeiten. 

Die beiden Kulturen vertragen sich, Iisakki-Matias Syväjärvi und Hans Ulrich Schwaar haben sich arrangiert, das Zusammenleben stimmt so für beide. Im Winter wird das im Herbst aufgestellte Holz im Wald mittels Motor- und Anhängerschlitten geholt und über die gefrorenen Sümpfe und Seen nach Hause gefahren. Der Film begleitet Iisakki-Matias Syväjärvi auch zur Rentierherde. Die Tiere werden immer wieder von ihm beobachtet und, wenn nötig, gepflegt. Manchmal kommt es vor, dass ein Tier getötet werden muss. In solchen Szenen zeigt sich, mit welcher Würde und Ehrfurcht die Tiere behandelt werden und welchen Stellenwert sie geniessen. Seine Gänge zu den Tieren machen aber auch deutlich, wie Iisaaki-Matias Syväjärvi im Einklang mit der Natur lebt, wie er mit ihr verschmelzen und ihre Kraft in sich aufnehmen kann.

Anfangs Winter findet in Näkkälä die Rentierscheid statt. Die Herden, insgesamt ca. 3’000 Tiere, werden mittels Motorschlitten zusammen getrieben und in Näkkälä in mehrere Pferche getrieben. Dort werden sie geschieden. Nach finnischem Gesetz muss jeder Rentierbesitzer ein Drittel seiner Herde zum Schlachten verkaufen. Jene Tiere, welche für den Schlachttransporter bestimmt sind, werden in einen, jene, die danach wieder freigelassen werden, in einen anderen Pferch getrieben. In einem dritten Pferch landen jene Tiere, welche für den Eigenbedarf der Hirten an Ort und Stelle

geschlachtet und ausgenommen werden.

Für die Samen bedeutet die Rentierscheide einerseits, dass sie ihr Jahresgehalt bekommen, andererseits aber ist es für sie auch ein trauriger Moment, weil sie sich von vielen Tieren trennen und mitansehen müssen, wie diese in Lastwagen gepfercht und über hunderte von Kilometern abtransportiert werden.

 

FRÜHLING

Das grosse Rentier-Rennen, das jeweils am Ostersamstag im norwegischen Kautokeinostattfindet, ist für die Samen ein bedeutendes Ereignis. Zum grössten Anlass dieser Art fahren die Männer von Näkkäla jeweils gemeinsam hin.

 

 

 

 

 

 

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